David McTaggart und die Wurzeln von Greenpeace:
Eine Geschichte von Frieden, Ökologie und Engagement

Zwischen pazifistischen Bewegungen und der Geburt des modernen Umweltschutzes

In der Nachkriegszeit war die Welt von einem kollektiven Wunsch nach Frieden erfüllt – im starken Kontrast zur Spannung des Kalten Krieges und der Angst vor einer nuklearen Apokalypse. Das wachsende Bewusstsein für Umweltbedrohungen und die Furcht vor den Folgen nuklearer Strahlung inspirierten die Entstehung von pazifistischen und ökologischen Bewegungen.
Die Tragödie von Hiroshima und Nagasaki mobilisierte Japan im Kampf für nukleare Abrüstung und schuf eine Brücke zu internationalen pazifistischen Traditionen.

Credits: greenpeace.org

Pioniere der Bewegung

Am 15. September 1971, noch bevor der Name Greenpeace entstand, stachen zwölf Freiwillige von Vancouver (Kanada) aus in See – an Bord des alten Fischerbootes Phyllis Cormack. Unter ihnen waren Jim Bohlen, Irving Stowe, Paul Cote, sowie Journalisten wie Robert Hunter von der Vancouver Sun, Ben Metcalfe von der Canadian Broadcasting Corporation und Bob Cummings von der Georgia Strait.

Ihr Ziel war es, die Detonation einer Atombombe auf der Insel Amchitka im nördlichen Pazifik nahe Alaska zu verhindern. Sie befürchteten, dass die Explosion ein geschütztes Naturgebiet gefährden könnte – den letzten Zufluchtsort für rund 3000 bedrohte Seeotter – sowie die Lebensräume von Weißkopfseeadlern und Wanderfalken. Zudem sorgten sie sich um das Risiko, ein Erdbeben oder einen Tsunami auszulösen.
Die Freiwilligen wollten das Experiment allein durch ihre physische Anwesenheit auf der Insel stoppen. Außerdem nahmen sie Journalisten mit, um das Geschehen zu dokumentieren. Ursprünglich nannte sich die Gruppe “Don’t Make a Wave Committee”, doch während der Fahrt änderten sie den Namen des Bootes zu Greenpeace.

Die Mission wurde jedoch abgebrochen, als die Küstenwache die Boote in der Nähe der Insel Akutan wegen Zollproblemen stoppte. Schlechtes Wetter und logistische Schwierigkeiten zwangen die Freiwilligen, die Aktion aufzugeben. Doch bei ihrer Rückkehr stellten sie fest, dass sie große mediale Aufmerksamkeit und breite öffentliche Unterstützung gewonnen hatten.

Auf dem Rückweg traf die Crew auf die Kwakiutl-Indianer, die eine Prophezeiung über die “Rainbow Warriors” erzählten – Menschen, die die Welt retten würden – und sie als Blutsbrüder anerkannten.

Dank der unerwarteten Unterstützung konnte eine zweite Expedition, die Greenpeace Too, organisiert werden. Trotz der Entfernung und der kurzen Vorbereitungszeit wurde der Atomtest am 6. November dennoch durchgeführt. Dieses Ereignis löste zahlreiche Proteste in Kanada und den USA aus und führte schließlich zur Einstellung weiterer Atomtests in diesem Gebiet, das später zu einem Vogelschutzgebiet erklärt wurde.

Einige der Freiwilligen waren Quäker, eine religiöse Gemeinschaft, die für ihr Engagement in gewaltfreien Protesten bekannt ist. Diese Initiative von Greenpeace markierte den Beginn ihrer direkten, gewaltfreien Aktionen.

Die Geburt von Greenpeace

Die Gründung von Greenpeace entstand aus der Vereinigung verschiedener Einflüsse und als kollektive Reaktion auf die Bedrohung durch Atomtests. Der mutige Akt, zum Mururoa-Atoll zu segeln, um gegen die französischen Atomtests zu protestieren, war erst der Anfang.
David McTaggart verwandelte durch seinen Einsatz und seine Entschlossenheit eine lose Gruppe von Aktivisten in eine weltweit anerkannte Organisation.

Die Strategie des „Zeugnis Ablegens“ – also die physische Präsenz an Orten fragwürdiger Aktivitäten, um durch Anwesenheit Widerstand zu zeigen – wurde zu einem der Grundpfeiler von Greenpeace. Sie demonstrierte die Kraft direkter, gewaltfreier Aktionen.

Die Geschichte von Greenpeace ist geprägt von Begegnungen und persönlichen Geschichten, die sich zu einer Bewegung von globaler Bedeutung verbanden – fähig, sich einigen der größten Herausforderungen unserer Zeit zu stellen.
Von Bob Hunter über Irving und Dorothy Stowe, Ben Metcalfe bis David McTaggart – jeder von ihnen brachte Vision, Mut und Entschlossenheit ein, um ein bleibendes Vermächtnis zu schaffen.

Credits: greenpeace.org

Ein Vermächtnis aus Engagement und Hoffnung

Die Entwicklung von Greenpeace – von einer kleinen Gruppe engagierter Aktivisten zu einer weltweiten Umweltbewegung – spiegelt eine Geschichte tiefen Engagements für Frieden und den Schutz unseres Planeten wider.
David McTaggart und seine Mitstreiter zeigten, dass Leidenschaft und Ausdauer zu bedeutenden Taten und echtem Wandel führen können.

Die Verschmelzung der Friedens- und Umweltbewegung, symbolisiert im Namen „Greenpeace“, inspiriert bis heute neue Generationen von Aktivisten.
Ihre Geschichte erinnert uns daran, dass trotz aller Herausforderungen gemeinsames und persönliches Engagement zu positiven Veränderungen führen kann – und so die Vision einer gerechteren und nachhaltigeren Welt unterstützt.

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